Bei den Bauarbeiten der Federseeklinik zur Erstellung eines neuen Verbindungsgangs sind die Mitarbeiter der Denkmalpflege auf steinzeitliche Funde gestoßen. Begeistert zeigt Dr. Helmut Schlichtherle vom Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Stuttgart die Fundstelle. „Bisher ist ein jungsteinzeitliches Gebäude mit Feuerstelle von den Grabungstechnikern freigelegt worden. Außerdem wurden Fragmente einer steinzeitlichen Axt und einer Spinnwirtel gesichert. Bis zum 23.03.2010 können die Funde vom Bauzaun auf der Baustelle gut besichtigt werden.
„Die Insel Buchau war während der Stein- bis hin zur Bronzezeit mehrfach bewohnt. Vor allem in den 50-er bis 70-er Jahren wurden hier zahlreiche Funde dokumentiert“, berichtet Schlichtherle, Fachgebietsleiter für Feuchtboden und Unterwasserarchäologie beim Landesamt für Denkmalpflege in Stuttgart. Die Federseeklinik baut derzeit an einem neuen Verbindungsgang zwischen dem Kurzentrum und dem Haus am Gsundbrunnen. Dieser Bereich liegt am früheren Inselrand zum Federsee. Bei den Baggerarbeiten sind Mitarbeiter der Denkmalpflege in der Baugrube auf ein steinzeitliches Fundniveau gestoßen. Seitdem wird der Bagger durch den Grabungstechniker, Hr. Harwath koordiniert. Die oberen Lehmschichten, welche die gute Konservierung der Funde ermöglichte, wurde vorsichtig abgetragen. Danach ist volle Handarbeit gefragt. Unterstützt durch Wolfgang Hohl, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Denkmalpflege Bad Buchau.
Von Hand sind Pfosten und Hölzer eines Gebäudes der Jungsteinzeit freigelegt worden. Außerdem gehören ein Steinbeil und verschiedene Keramikscherben aus der Jungsteinzeit zur Ausbeute der Wissenschaflter. Äußerst aussagekräftig ist der Fund einer Spinnwirtel. Diese ist das Schwungrad einer Handspindel zur Herstellung von Zwirn und wurde nur in einem Zeitraum von 200 Jahren verwendet. „Anhand der Spinnwirtel können wir die Funde auf die Jahre 3300 bis 3100 v. Ch. datieren“, so Schlichtherle.
Jetzt sind die Wissenschaftler noch auf der Suche nach Kulturpflanzen und Speiseresten, an denen sie unter anderem auch die Kulturzugehörigkeit festmachen können. Eine genaue Vermessung der Fundstelle und das Festhalten auf Fotos ist zu Dokumentationszwecken unumgänglich. Bis 23.03.2010 sollen die Arbeiten noch andauern. Bis dahin kann die Fundstelle durch den Bauzaun neben dem Haupteingang der Federseeklinik gut besichtigt werden.
Wie schon bei vorangegangenen Bauprojekten der Moor-Heilbad Buchau gGmbH freut sich Walter Hummler, Geschäftsführer der Moor-Heilbad Buchau gGmbH über die wertvollen Ausgrabungen auf dem Areal des Gesundheits-Bad Buchau. „Vielleicht schaffen wir es mit Fertigstellung des Bauvorhabens an diese Fundstelle zu erinnern, wie zum Beispiel in unserer Liegehalle der Adelindis Therme. Dazu haben wir schon einige Ideen“, verspricht Hummler.